Gedenkstättenfahrt 2026

70 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe EF 

nahmen in der Woche vom 12.01.-16.01.2026 mit fünf Lehrkräften (Fr. Brunell, Hr. Guth, Fr. Hansel, Fr. Jansen und Hr. Malliouris) an der Gedenkstättenfahrt nach München/Dachau teil.

Die vom Förderverein der Schule finanziell unterstützte Fahrt hinterließ bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen starken Eindruck und sensibilisierte neben der historischen Auseinandersetzung mit der NS-Zeit auch für aktuelle Themen wie Rassismus, Antisemitismus, Radikalismus und Demokratiefeindlichkeit. 

Zur Vorbereitung auf die Gedenkstättenfahrt hatten sich die Schülerinnen und Schüler bereits in der Schule mit dem Ort und den Themen der Gedenkstättenfahrt in Kleingruppen auseinandergesetzt.  Nach einer dreistündigen Verzögerung bei der Anreise mit der Deutschen Bahn machte sich die Gruppe dann am Montag, dem 12.01.2026 endlich auf den Weg nach München, dessen Innenstadt nach dem Einchecken ins Hostel noch am selben Abend erkundet wurde.

Das Tagesprogramm am Dienstag und Mittwoch diente der Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit der Stadt München, der eine zentrale Bedeutung bei der Entstehung und dem Aufstieg des Nationalsozialismus in den 1920er Jahren zukam und die Gründungsort der NSDAP war. Bei einem ganztägigen Seminar im NS-Dokumentationszentrum München setzten sich hierbei die Schülerinnen und Schüler vor allem mit den Anfängen der nationalsozialistischen Bewegung und den Mechanismen auseinander, die 1933 zu der Machtergreifung und danach zur Festigung des NS-Regimes geführt hatten, und stellten hierbei immer wieder aktuelle Bezüge her.

Das NS-Dokumentationszentrum München, das am Standort der ehemaligen Parteizentrale der NSDAP errichtet wurde, stellte auch den Ausgangspunkt für eine Stadtführung durch das alte Partei-Viertel (das sogenannte „braune Viertel“) in München dar. Diese führte über den Königsplatz als Aufmarschort im Nationalsozialismus, vorbei an Verwaltungsgebäude der NSDAP, den Ruinen der Ehrentempel, dem ehemaligen Führerbau (heute Musikhochschule) und der ehemaligen Gestapo-Zentrale (heute Landesbank München) hin zum Mahnmal für die Opfer der nationalsozialistischen Bewegung.

Beim Besuch des Jüdischen Museums erfuhren die Schülerinnen und Schüler mehr über die Vielfalt jüdischen Lebens im München der Gegenwart und Vergangenheit und entdeckten auch in einer Sonderausstellung, wie sich Vertreterinnen und Vertreter der „dritten Generation“ künstlerisch mit dem familiären Erbe des Holocausts auseinandersetzen. An der Universität München erkundeten die Schülerinnen und Schüler zudem die Denkstätte Weiße Rose, die mit einer Ausstellung an die Gruppe um die Geschwister Scholl und deren Widerstand gegen die Nationalsozialisten erinnert.

Am Donnerstag machte sich die gesamte Gruppe schließlich früh am Morgen auf den Weg zur KZ-Gedenkstätte Dachau. Bereits der Weg durch das Eingangstor mit der zynischen Aufschrift „Arbeit macht frei“ führte gedanklich in eine menschenfeindliche Welt, die vorbei an den kargen Baracken, dem einschüchternd großen Appellplatz und den abweisenden Stacheldrahtzäunen die Gräuel nur erahnen ließ, die sich hier ereignet hatten. Die bedrückende Stimmung beim Gang durch das ehemalige Krematorium und die Zellen des Gefängnistrakts hinterließ bei allen einen prägenden Eindruck, der auch in der nachmittäglichen Seminararbeit zu Teilaspekten des Häftlingsalltags noch nachwirkte.

Trotz des umfangreichen Bildungsprogramms hatten die Schülerinnen und Schüler genug Gelegenheit, ihre Freizeit in München auf eigene Weise zu gestalten. Der Wunsch mancher Teilnehmerinnen und Teilnehmer, an den besuchten Orten noch mehr Zeit verbringen zu dürfen, sowie die zahlreichen Gespräche über das Erlebte insbesondere bei der Abschlussbesprechung am Abreisetag und bei der Nachbereitung der Fahrt in den Philosophie- und Religionskursen der EF machen deutlich, dass die Eindrücke der Fahrt noch lange fortwirken werden. Hierbei verstehen sich die Schülerinnen und Schüler auch als Multiplikatoren, um das so oft gehörte „Nie wieder“ inhaltlich zu füllen und in Bezug zu gegenwärtigen Ereignissen und dem eigenen Handeln zu setzen.

Der abschließende Dank gilt dem Förderverein unserer Schule für die finanzielle Unterstützung, den betreuenden Lehrkräften und vor allem den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern, die diese besondere Erfahrung zugelassen und ermöglicht haben.

 (Text und Foto: Hansel)